Preisrechner im Kopf: So kalkulieren Sie den Stundenpreis für Haushaltshilfe realistisch

Wer eine Haushaltshilfe fair bezahlen und gleichzeitig die eigenen Kosten im Griff behalten will, braucht einen einfachen, realistischen Rechenweg. Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie sich ein Stundenpreis zusammensetzt, welche Faktoren ihn beeinflussen und welche Unterschiede es zwischen Minijob-Anstellung, selbstständiger Reinigungskraft und Vermittlungsplattformen in Deutschland gibt.

Preisrechner im Kopf: So kalkulieren Sie den Stundenpreis für Haushaltshilfe realistisch

Ein fairer Stundenpreis für Haushaltshilfe ergibt sich nicht nur aus dem Lohn. Dahinter stehen gesetzliche Mindestanforderungen, Arbeitgeberabgaben, Versicherungen, Fahrzeiten sowie die Frage, ob jemand privat angestellt oder auf Rechnung arbeitet. Mit einem klaren Schema können Sie innerhalb weniger Minuten eine realistische Spanne bestimmen und Angebote in Ihrer Gegend besser einordnen.

Kosten Putzfrau Pro Stunde: Was gehört dazu?

Zum Stundenpreis gehören mehr als der reine Lohn. Typische Bausteine sind: gesetzlicher Mindestlohn (2025: 12,82 € brutto pro Stunde), mögliche Branchenzuschläge, Arbeitgeberabgaben im Minijob (im Privathaushalt deutlich reduziert), Unfallversicherung, Fahrt- und Rüstzeiten, Reinigungsmittel und -geräte sowie Verwaltungsaufwand. Kommt ein Unternehmen ins Spiel, fallen außerdem Gemeinkosten, Gewinnmarge und in der Regel 19 % Umsatzsteuer an. Bei Plattformen können zusätzlich Service- oder Vermittlungsgebühren berechnet werden.

Reinigung Privathaushalt Preis: Welche Variablen?

Der Endpreis variiert je nach Stadtlage, Objektgröße, Verschmutzungsgrad, Leistungsumfang (z. B. Bad/Küche intensiv, Fenster, Kühlschrank, Backofen), Terminfenster und Frequenz. Regelmäßige Einsätze sind meist günstiger pro Stunde als Einzelaufträge. Ebenso relevant ist die Mindestabnahme pro Termin: Zwei bis drei Stunden sind üblich, weil Anfahrt und Rüsten fixe Zeiten verursachen. Je nach Vereinbarung zählen auch mitgebrachte Verbrauchsmaterialien, Parkkosten oder Schlüsselverwaltung.

Für die legale Anstellung im Privathaushalt bietet sich das Haushaltsscheck-Verfahren über die Minijob-Zentrale an. Sie zahlen den vereinbarten Bruttolohn (mindestens den gesetzlichen Mindestlohn) plus reduzierte pauschale Abgaben; die Reinigungskraft ist unfallversichert und sozial abgesichert. Alternativ arbeitet eine selbstständige Person oder ein Unternehmen auf Rechnung. Dann sind alle Abgaben in den Stundensätzen eingepreist; bei Unternehmen kommt Umsatzsteuer hinzu. In beiden Fällen können Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden (gesetzliche Voraussetzungen vorausgesetzt), was die Nettokosten mindern kann.

Privathaushalt Reinigung Preise: Beispielrechnungen

Beispiel 1: Private Anstellung (Minijob). Angenommener Bruttolohn 13,50 €/h. Arbeitgeberabgaben im Privathaushalt liegen – je nach Umlagen – grob im Bereich von rund 14–16 % des Bruttolohns. Daraus ergeben sich Arbeitgeberkosten von ca. 15,40–15,70 €/h. Rechnen Sie je Einsatz pauschal 10–20 Minuten für An- und Abfahrt/Rüsten (nicht immer produktiv). Bei zwei Stunden Arbeit summiert das auf rund 2,5 Stunden Gesamtzeit, sodass die effektiven Kosten pro produktiver Stunde näher bei etwa 19–21 € liegen.

Beispiel 2: Selbstständige Reinigungskraft auf Rechnung. Übliche Stundensätze in Großstädten bewegen sich häufig zwischen 20 und 30 €/h, je nach Erfahrung, Nachfrage und Leistungsumfang. Fahrtkosten können separat anfallen. Wenn nach Kleinunternehmerregelung fakturiert wird, fällt keine Umsatzsteuer an; bei Regelbesteuerung kommt i. d. R. 19 % hinzu.

Beispiel 3: Reinigungsunternehmen. Professionelle Anbieter kalkulieren mit Lohnnebenkosten, Ausfallrisiken, Disposition, Qualitätskontrollen sowie Material- und Verwaltungskosten. Daraus resultieren häufig Stundensätze von ca. 28–40 €/h, zuzüglich 19 % Umsatzsteuer, abhängig von Region und Leistungsprofil. Regelmäßige Aufträge können im Paket etwas günstiger sein als Einzeltermine.

Reinigung Privathaushalt: Anbieter im Kostenvergleich

Im Markt finden sich Vermittlungsplattformen, selbstständige Dienstleisterinnen und etablierte Reinigungsunternehmen. Die folgenden Beispiele zeigen typische Angebotsformen und grobe Preisspannen in deutschen Städten. Regionale Abweichungen sind üblich; konkrete Konditionen sollten Sie direkt beim Anbieter prüfen.


Product/Service Provider Cost Estimation
Vermittlung privater Reinigungskräfte (Haushaltsreinigung) Helpling ca. 18–30 €/h, Stundensatz von der Reinigungskraft festgelegt; ggf. Service-/Vermittlungsgebühren
Online-Buchung Haushaltsreinigung (Unternehmen) Maideasy ca. 29–39 €/h, je nach Stadt, Umfang und Termin
Marktplatz für haushaltsnahe Dienste Betreut.de Profile mit Stundensätzen häufig 12–25 €/h; Kontaktaufnahme kann Abo-/Gebühr erfordern
Ausschreibungs-/Angebotsplattform für Dienstleistungen MyHammer Angebote je nach Anbieter erfahrungsgemäß ca. 20–35 €/h

Preise, Raten oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den aktuell verfügbaren Informationen und können sich im Laufe der Zeit ändern. Eigene Recherche wird empfohlen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.


So rechnen Sie Ihren Stundenpreis im Alltag

Ein praxistauglicher Ansatz: 1) Arbeitsumfang definieren (Checkliste: Räume, Bad/Küche, Extras). 2) Zeitbedarf realistisch schätzen und 15–25 % Puffer für Rüst- und Wegezeiten ergänzen. 3) Modell wählen: Anstellung oder Rechnung. 4) Bei Anstellung: Bruttolohn + pauschale Abgaben + ggf. Unfallversicherung + anteilige Fahrtkosten. 5) Bei Rechnung: Stundensatz + ggf. Anfahrt + Umsatzsteuer. 6) Mindestabnahme und Frequenz berücksichtigen. So entsteht eine Spanne, in der Sie mit Anbietern transparent verhandeln können.

Häufige Stolpersteine vermeiden

Unterschätzen Sie nicht den Unterschied zwischen Produktiv- und Einsatzzeit. Zwei gebuchte Stunden sind selten zwei volle Stunden produktive Arbeit, wenn Anfahrt, Auf- und Abbau einberechnet werden. Klären Sie außerdem: Wer bringt Material mit? Wie wird mit Schlüssel, Parken und kurzfristigen Ausfällen umgegangen? Halten Sie Absprachen schriftlich fest (Leistungsverzeichnis, Taktung, Haftung/Versicherung). Für Steuerfragen und das Haushaltsscheck-Verfahren informieren offizielle Stellen; bei selbstständigen Kräften achten Sie auf vollständige Rechnungen und klare Stundennachweise.

Fazit

Ein realistischer Stundenpreis für Haushaltshilfe ergibt sich aus Lohn, Nebenkosten, Wege- und Rüstzeiten sowie Organisationsaufwand. Ob Sie legal im Privathaushalt anstellen oder auf Rechnung arbeiten lassen: Mit einer strukturierten Kalkulation, transparenten Absprachen und einem Blick auf regionale Marktpreise lässt sich eine faire, nachhaltige Lösung finden, die Qualität und Rechtssicherheit verbindet.