Wie viel kostet eine Betreuungskraft, die bei Ihnen wohnt?

Die Entscheidung, eine Betreuungskraft bei sich aufzunehmen, ist ein bedeutender Schritt, der sowohl praktische als auch finanzielle Überlegungen mit sich bringt. Gerade in Österreich entscheiden sich viele Familien für diese Form der Unterstützung, um ihren Angehörigen ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen. Doch welche Ausgaben sind mit einer solchen 24-Stunden-Betreuung verbunden und welche Faktoren spielen bei der Preisgestaltung eine Rolle? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Kosten für eine wohnhafte Betreuungskraft.

Wie viel kostet eine Betreuungskraft, die bei Ihnen wohnt?

Wie viel kostet eine Betreuungskraft, die bei Ihnen wohnt?

Wenn eine Betreuungskraft fix im Haushalt lebt, verändert das nicht nur den Alltag, sondern auch das Haushaltsbudget sehr deutlich. Viele Familien in Österreich fragen sich, welche Kosten realistisch sind und wie sie diese langfristig planen können, ohne auf Qualität und Sicherheit zu verzichten.

Eine Betreuungskraft im eigenen Zuhause zu beschäftigen, berührt rechtliche, organisatorische und finanzielle Fragen. Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Aspekte der Kosten, die Rolle des Pflegegeldes, mögliche Förderungen sowie besondere Überlegungen für alleinstehende Personen. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Für eine individuelle Beurteilung und Behandlung wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte medizinische Fachkraft.

Was bedeutet das Zusammenleben mit einer Pflegekraft?

Das Zusammenleben mit einer Pflegekraft bedeutet in der Regel, dass eine Betreuungsperson im selben Haushalt wohnt und eine sogenannte Rundum-Betreuung anbietet. In Österreich ist dies häufig als 24-Stunden-Betreuung organisiert, meist mit zwei selbstständigen Betreuungskräften, die sich im Turnus von etwa 14 Tagen abwechseln. Die Betreuungsperson unterstützt bei Körperpflege, Mobilität, Ernährung, Haushaltsführung und sozialen Aktivitäten.

Wichtig ist, dass trotz des Begriffs 24-Stunden-Betreuung rechtlich klar geregelte Arbeits- und Ruhezeiten einzuhalten sind. Die Betreuungskraft hat Anspruch auf Schlaf- und Pausenzeiten und ist keine Ersatzpflege für ein komplettes Pflegeteam. Auch räumlich sollte ein eigenes Zimmer vorhanden sein, damit ein respektvolles, möglichst konfliktfreies Zusammenleben gelingen kann.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten für Pflegekräfte?

Die Kosten für eine Pflegekraft, die bei Ihnen wohnt, hängen von mehreren Faktoren ab. Wesentlich sind der Pflegebedarf der betreuten Person, also etwa der Pflegegeld-Stufe, der Gesundheitszustand und ob nächtliche Hilfe regelmäßig nötig ist. Je höher der Unterstützungsbedarf, desto intensiver ist die Betreuung und desto höher fallen in der Regel die Kosten aus.

Zusätzlich beeinflussen Qualifikation und Sprachkenntnisse der Betreuungskraft, das Bundesland, die Art der Organisation (selbstständige Personenbetreuerin oder Angestelltenmodell) sowie die Höhe der Vermittlungs- und Betreuungskosten der Agentur den Endpreis. Auch Fahrtkosten, Sozialversicherung der Betreuungskraft, Verpflegung und ein angemessenes Taschengeld für Ausgaben vor Ort sollten mitgedacht werden.

Besondere Überlegungen für alleinstehende Personen

Für alleinstehende Personen kann eine im Haushalt lebende Betreuungskraft besonders entlastend sein, da sie nicht nur pflegerische Unterstützung bietet, sondern auch Gesellschaft und Sicherheit im Alltag. Gleichzeitig trägt die Betreuungsperson eine große Verantwortung, weil meist keine weiteren Angehörigen im Haushalt leben, die spontan einspringen oder kontrollieren könnten.

Daher sind klare Absprachen im Vorfeld wichtig: Welche Aufgaben übernimmt die Betreuungskraft, welche bleiben bei Angehörigen oder mobilen Diensten? Wie werden Einkäufe, Geldangelegenheiten und Arztbesuche organisiert? Ein Notfallplan, etwa mit Hausärztin, Nachbarn oder mobilen Diensten, ist für alleinlebende Menschen besonders wichtig, damit auch bei Krankheit der Betreuungskraft oder einem Spitalsaufenthalt rasch reagiert werden kann.

Detaillierte Kostenübersicht und Förderungen in Österreich

Die monatlichen Gesamtkosten für eine im Haushalt lebende Betreuungskraft in Österreich bewegen sich häufig im Bereich von rund 2.000 bis 3.500 Euro. Darin enthalten sind typischerweise das Honorar der selbstständigen Betreuungskraft oder das Gehalt im Angestelltenmodell, Sozialversicherungsbeiträge, die Agentur- oder Vermittlungsgebühr sowie Unterkunft und Verpflegung. Die konkrete Summe hängt stark von den genannten Faktoren und vom gewählten Anbieter ab.


Produkt/Dienstleistung Anbieter Kostenschätzung pro Monat
24-Stunden-Betreuung mit selbstständiger Betreuungskraft (Wechsel alle 14 Tage) Hilfswerk ca. 2.200–2.800 EUR Eigenanteil
24-Stunden-Betreuung inkl. regelmäßiger Pflegevisiten Volkshilfe ca. 2.300–3.000 EUR Eigenanteil
24-Stunden-Betreuung mit erweiterten Deutschkenntnissen der Betreuungskraft Caritas ca. 2.400–3.200 EUR Eigenanteil

Die in diesem Artikel genannten Preise, Tarife oder Kostenschätzungen basieren auf den zuletzt verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Vor finanziellen Entscheidungen wird eine eigenständige Recherche empfohlen.

Ein wesentlicher Baustein zur Finanzierung ist das Pflegegeld des Bundes, dessen Höhe von der Pflegegeld-Stufe abhängt. Zusätzlich gibt es in Österreich einen Zuschuss zur 24-Stunden-Betreuung, der unter bestimmten Voraussetzungen gewährt wird. Dieser liegt je nach Modell bei etwa 550 Euro im Monat für die Betreuung durch eine selbstständige Personenbetreuerin und bei rund 1.100 Euro im Angestelltenmodell. Voraussetzung ist unter anderem ein entsprechender Pflegebedarf, üblicherweise ab Pflegegeld-Stufe 3, in Ausnahmefällen auch darunter, sowie eine vertraglich geregelte, qualitätsgesicherte Betreuung.

Vorteile und Herausforderungen der Rundum-Betreuung

Eine Rundum-Betreuung im eigenen Zuhause bietet viele Vorteile: Die betreute Person kann in der gewohnten Umgebung bleiben, was gerade bei Demenz oder eingeschränkter Mobilität sehr wichtig ist. Tagesabläufe lassen sich individueller gestalten als in vielen stationären Einrichtungen, und durch die Anwesenheit einer vertrauten Bezugsperson steigt meist das Sicherheitsgefühl.

Gleichzeitig bringt dieses Modell Herausforderungen mit sich. Das Zusammenleben auf engem Raum kann zu Spannungen führen, wenn Erwartungen nicht klar besprochen wurden. Angehörige müssen bereit sein, Verantwortung für die Organisation, Kontrolle der Qualität und die finanzielle Planung zu übernehmen. Auch ist zu berücksichtigen, dass eine einzelne Betreuungskraft trotz ständiger Anwesenheit keine medizinische Rundumversorgung leisten kann und ergänzende Dienste, etwa mobile Pflege oder regelmäßige Arztbesuche, weiterhin notwendig bleiben.

Abschließend lässt sich sagen, dass eine im Haushalt lebende Betreuungskraft eine wertvolle Lösung für viele pflegebedürftige Menschen in Österreich sein kann, wenn Finanzierung, rechtlicher Rahmen und Erwartungen aller Beteiligten sorgfältig durchdacht werden. Wer Kostenfaktoren, mögliche Förderungen und die persönlichen Lebensumstände realistisch einschätzt, kann besser beurteilen, ob dieses Betreuungsmodell langfristig zur eigenen Situation passt.