Schraubenlose Zahnersatzsysteme: Eine detaillierte Betrachtung

Zahnimplantate haben die moderne Zahnmedizin revolutioniert, indem sie eine dauerhafte und ästhetisch ansprechende Lösung für fehlende Zähne bieten. Während traditionelle Implantate oft eine Schraubverbindung nutzen, gewinnen schraubenlose Zahnersatzsysteme zunehmend an Bedeutung. Diese innovative Technologie verspricht nicht nur eine verbesserte Ästhetik, sondern auch ein potenziell höheres Maß an Komfort und Stabilität für Patienten, die eine hochwertige Lösung für ihren Zahnersatz suchen.

Schraubenlose Zahnersatzsysteme: Eine detaillierte Betrachtung

Zahnersatz ohne sichtbare Schraube wirkt auf den ersten Blick elegant und alltagstauglich. Hinter dem Begriff verbergen sich unterschiedliche Konstruktionsprinzipien, die das Verschrauben der Suprakonstruktion vermeiden und stattdessen auf Zement, Friktion oder konometrische Verbindungen setzen. Dieser Artikel ordnet die wichtigsten Konzepte ein, erläutert Vor- und Nachteile und gibt Orientierung zu Eignung und Kosten in Ihrer Region. Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Bitte wenden Sie sich für eine persönliche Einschätzung und Behandlung an qualifiziertes Fachpersonal.

Was sind schraubenlose Zahnimplantate?

Was sind schraubenlose Zahnimplantate und wie funktionieren sie? In der Praxis bezeichnet „schraubenlos“ meist das Verbindungskonzept zwischen Abutment und Krone/Prothese, nicht unbedingt die Verbindung zwischen Implantat und Abutment. Häufig bleibt das Implantat selbst mit einer internen Schraube fixiert, während die Suprakonstruktion ohne sichtbare Schraube befestigt wird. Technisch verbreitet sind: zementierte Versorgungen (Krone wird auf ein Abutment geklebt), konometrische bzw. friktionsbasierte Konzepte (Kegelverbindungen, die durch Reibung halten) und locking-taper-Systeme (präziser Konus, der ohne Schraube verklemmt). Ziel ist eine stabile, dichte und zugleich ästhetische Verbindung, die sich bei Bedarf mit speziellen Instrumenten wieder lösen lässt.

Schraubenlos vs. traditionell

Schraubenlos vs. traditionell: Die Unterschiede im Detail betreffen vor allem Wartung, Ästhetik und Handhabung. Verschraubte Restaurationen sind gut retriebierbar: Der Behandler kann die Krone über den Schraubenkanal lösen. Allerdings ist dieser Zugang sichtbar und muss ästhetisch abgedeckt werden. Zementierte oder konometrische Lösungen verzichten auf Schraubkanäle, wirken dadurch natürlicher und bieten häufig ein angenehmes Kaubild. Demgegenüber steht das Risiko von Zementresten (bei Zementierungen), die das Weichgewebe irritieren können. Konometrische oder locking-taper-Verbindungen umgehen dieses Problem, erfordern aber spezielle Werkzeuge und Protokolle für die Demontage.

Vorteile: Komfort und Ästhetik

Vorteile schraubenloser Zahnimplantate: Komfort und Ästhetik ergeben sich vor allem aus der geschlossenen Okklusalfläche ohne Zugangslöcher, was die Bissfläche glatt und natürlich erscheinen lässt. Das kann die Phonetik und das Kaugefühl positiv beeinflussen. Zudem ermöglichen friktions- oder konometrische Konzepte eine sichere Passung ohne Schraubenlockerungen im klinischen Alltag. Bei korrekter Planung lässt sich die Krone oft extraoral zementieren und dann sauber einsetzen, was Zementüberschüsse am Zahnfleisch minimiert. Wichtig bleibt eine präzise Indikationsstellung, da nicht jede Situation für schraubenlose Verbindungskonzepte geeignet ist.

Option für die Zukunft?

Schraubenlose Zahnimplantate: Eine Option für die Zukunft? Digitale Workflows, CAD/CAM-gefertigte Abutments und präzise Kegelgeometrien begünstigen konometrische und locking-taper-Ansätze. Die Literatur zeigt, dass beide Strategien hohe Stabilität erreichen können, wobei die Evidenz je nach System und Indikation variiert. Zukünftige Entwicklungen fokussieren auf dichte, bakteriendichte Übergänge, reproduzierbare Einsetzverfahren und einfache Retrievbarkeit. Gleichzeitig bleibt der klinische Alltag entscheidend: Platzverhältnisse, Achsneigung, Knochenangebot und Hygienefähigkeit bestimmen, ob ein schraubenloses Konzept den größten Nutzen bringt oder ob eine verschraubte Lösung funktionell und pflegerisch überlegen ist.

Eignung und Kosten in Ihrer Region

Eignung und Kosten schraubenloser Implantate in Ihrer Region hängen von individuellen Risikofaktoren (Knochenvolumen, Parodontalhistorie, Rauchen, Bruxismus, Allgemeinerkrankungen) und vom Behandlungsumfang ab. Im Regelfall kalkulieren Praxen in Deutschland Einzelleistungen separat: Diagnostik, Implantation, Abutment, prothetische Versorgung und mögliche augmentative Maßnahmen. Für die Orientierung werden nachfolgend typische Spannbreiten und reale Anbieter/Produkte aufgeführt. Preise verstehen sich als Schätzwerte und variieren je nach Material, Labor, Region und klinischer Komplexität.


Produkt/Leistung Anbieter Kostenschätzung
Konometrische Einzelkrone (Acuris) Dentsply Sirona 2.700–4.700 € pro Zahn (inkl. Implantat, Abutment, Krone; ohne größeren Knochenaufbau)
Locking-Taper-Implantat (Bicon SHORT) Bicon Dental 2.400–4.200 € pro Zahn (ohne umfangreichen Knochenaufbau)
Friktionsbasierte SynCone-/Stegprothese auf 4 Implantaten Camlog (Altatec) 7.500–12.000 € pro Kiefer
Verschraubte Einzelkrone (Referenz) Straumann Group 2.500–4.500 € pro Zahn
All-on-4 fest verschraubte Brücke (Referenz) Nobel Biocare 15.000–25.000 € pro Kiefer

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine eigenständige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Zusätzlich können für Knochenaufbau 300–1.500 € und für Sinuslift 600–1.500 € anfallen. Regionale Unterschiede sind üblich; in Ballungsräumen und bei komplexen Fällen liegen Honorare oft höher. Nutzen Sie lokale Services und holen Sie mehrere, schriftliche Behandlungspläne ein, um Vorgehen, Materialien, Folgetermine und Wartungsaufwand transparent zu vergleichen.

Abschließend gilt: Schraubenlose Zahnersatzsysteme erweitern das Spektrum moderner Versorgungen. Ästhetik und Komfort sind überzeugend, wenn Fallauswahl und Technik stimmen. Ob Zementierung, Konusfriktion oder locking taper – die Wahl der Verbindung sollte sich an Geometrie, Hygiene, Retrievierbarkeit und individuellen Risiken orientieren, damit Funktion, Gewebeverträglichkeit und Langlebigkeit im Gleichgewicht bleiben.