Prostatavergrößerung: Therapie und natürliche Mittel 2026

Die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) betrifft viele Männer ab 50 in Deutschland. Typische Symptome sind erschwertes Wasserlassen und häufiger Harndrang. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und umfasst Medikamente, Operationen sowie natürliche Mittel.

Prostatavergrößerung: Therapie und natürliche Mittel 2026

Typische Symptome der Prostatavergrößerung

Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung treten häufig Beschwerden im unteren Harntrakt auf. Dazu zählen:

  • Häufiger Harndrang, insbesondere nachts (Nykturie)
  • Verzögertes und schwaches Wasserlassen
  • Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung
  • Plötzlicher Harndrang
  • Harnverhalt in schweren Fällen

Diese Symptome können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. In Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Urologie eine frühzeitige Abklärung bei solchen Beschwerden, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten nach S3-Leitlinie

Die Behandlung der BPH erfolgt entsprechend der im Mai 2024 aktualisierten S3-Leitlinie für gutartige Prostatavergrößerung. Sie richtet sich nach Symptomen und individuellen Faktoren.

Abwartendes Beobachten und Lebensstil

Bei milden Beschwerden kann zunächst eine Beobachtungsphase mit symptomorientierten Veränderungen empfohlen werden, zum Beispiel:

  • Reduktion der Flüssigkeitszufuhr am Abend
  • Vermeidung von koffeinhaltigen oder alkoholischen Getränken
  • Blasentraining

Medikamentöse Behandlung

Medikamente werden bei moderaten bis schweren Symptomen eingesetzt. Zu den Hauptgruppen zählen:

  • Alpha-1-Blocker: Entspannen die Muskulatur der Prostata und der Blasenhalsregion, verbessern den Harnfluss. Beispiele sind Tamsulosin oder Alfuzosin.
  • 5-Alpha-Reduktase-Hemmer: Reduzieren das Prostatagewebe und verlangsamen das Fortschreiten. Diese Medikamente wie Finasterid oder Dutasterid sind für längere Anwendungszeiträume geeignet.

Die Kombination beider Wirkstofftypen wird manchmal bei ausgeprägten Beschwerden angewandt. Die Wirksamkeit ist in klinischen Studien gut belegt, Nebenwirkungen wie Schwindel oder sexuelle Funktionsstörungen können auftreten.

Operative Verfahren

Operationen sind bei medikamentös nicht ausreichend behandelbaren Beschwerden oder Komplikationen wie Harnverhalt angezeigt. Standardverfahren in Deutschland umfassen:

  • Transurethrale Resektion der Prostata (TURP): Minimalinvasives endoskopisches Verfahren, weit verbreitet.
  • Lasertherapie: Verschiedene Lasersysteme entfernen oder verdampfen Prostatagewebe.
  • Offene Prostataoperation: Selten und bei sehr großen Prostatavolumina angewandt.

Diese Eingriffe erfordern eine ausführliche ärztliche Beratung und eine individuelle Risikoabwägung.

Natürliche und pflanzliche Mittel

In Deutschland greifen viele Männer ergänzend oder bei leichten Symptomen auf pflanzliche Mittel zurück. Zu den häufig genutzten Präparaten zählen:

  • Kürbiskernextrakte
  • Sägepalmenfrucht (Serenoa repens)
  • Brennnesselwurzel

Wissenschaftliche Evidenz

Die Studienlage zu pflanzlichen Mitteln ist in Teilen uneinheitlich. Einige Untersuchungen berichten über moderate Symptomverbesserungen und eine mögliche Unterstützung des subjektiven Wohlbefindens. Eine messbare Prostataverkleinerung wurde jedoch bislang nicht eindeutig nachgewiesen. Die Mittel gelten als relativ nebenwirkungsarm, weshalb sie häufig in der Selbstmedikation eingesetzt werden.

Anwendung und Beratung

Die Einnahme pflanzlicher Präparate sollte idealerweise mit Ärzten oder Apothekern abgestimmt werden, um Wechselwirkungen und potenzielle Risiken zu minimieren. Sie ersetzen keine ärztlich empfohlene Therapie.

PSA-Test und Diagnostik

Der prostataspezifische Antigen-Test (PSA) wird in Deutschland zur Differenzierung zwischen gutartiger Erkrankung und malignen Prozessen, insbesondere Prostatakrebs, eingesetzt. Werte sind individuell zu bewerten, da er nicht spezifisch für die BPH ist.

Zur Diagnosestellung gehören ergänzend:

  • Digitale rektale Untersuchung
  • Ultraschalluntersuchungen der Prostata
  • Harnflussmessungen
  • Gegebenenfalls Gewebeproben (Biopsie)

Lebensstil und Vorsorge

Eine gesunde Lebensführung kann Symptome positiv beeinflussen. Empfehlungen umfassen:

  • Ausgewogene Ernährung mit hohem Anteil an Obst und Gemüse
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Regelmäßige körperliche Aktivität
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht

Regelmäßige urologische Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere ab dem 45. Lebensjahr, sind in Deutschland üblich, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Typische Kosten in Deutschland (2026)

Die Behandlungskosten bei einer Prostatavergrößerung variieren je nach Therapieform:

  • Konservative Behandlung (Medikamente): Die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente liegen typischerweise zwischen 30 und 80 Euro monatlich, abhängig vom Wirkstoff und der Packungsgröße. Die Kosten werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

  • Pflanzliche Mittel und Präparate: Diese sind meist rezeptfrei und kosten zwischen 10 und 30 Euro pro Monat. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten meist nicht.

  • Operative Behandlung: Stationäre Operationen wie TURP verursachen im deutschen Gesundheitswesen Kosten im Bereich von mehreren tausend Euro. Diese Kosten werden durch die Krankenversicherung getragen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt.

Zusammenfassung

Die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung in Deutschland orientiert sich 2026 an evidenzbasierten Leitlinien. Je nach Schwere der Beschwerden kommen Maßnahmen von Beobachtung über medikamentöse Therapien bis hin zu operativen Eingriffen zum Einsatz. Pflanzliche Mittel können ergänzend bei leichten Symptomen zur Anwendung kommen, die Wirksamkeit ist jedoch begrenzt und sollte von medizinischem Fachpersonal bewertet werden. Eine individuelle Diagnostik und Beratung sind für die Wahl der geeigneten Behandlung wichtig.