Klimaanlagen ohne Außeneinheit: Modelle, Funktionsweise und Einsatzbereiche

Klimaanlagen ohne Außeneinheit bieten eine Alternative für Gebäude, bei denen eine Außenmontage nicht möglich oder erlaubt ist. Dieser Artikel gibt einen Überblick über gängige Modelle in Deutschland, erklärt die Funktionsweise und zeigt, worauf bei der Auswahl zu achten ist.

Klimaanlagen ohne Außeneinheit: Modelle, Funktionsweise und Einsatzbereiche Image by t Penguin from Unsplash

In zahlreichen Wohn- und Bürogebäuden in Deutschland ist eine klassische Split-Klimaanlage mit Außengerät kaum umsetzbar. Strenge Vorgaben zum Erscheinungsbild der Fassade, begrenzte Platzverhältnisse oder Vermieterauflagen erschweren die Installation. Klimaanlagen ohne Außeneinheit, meist als Monoblock-Geräte bezeichnet, schließen hier eine Lücke und bieten eine Alternative zur mobilen oder fest installierten Kühlung im Gebäudeinneren.

Was sind Klimaanlagen ohne Außeneinheit?

Unter Klimaanlagen ohne Außeneinheit versteht man Systeme, bei denen alle wichtigen Komponenten im Innenraum untergebracht sind. Verdichter, Verdampfer, Verflüssiger und Steuerung sitzen in einem einzigen Gehäuse, daher der Begriff Monoblock. Die Abfuhr der warmen Luft erfolgt entweder über fest eingebaute Wanddurchbrüche oder über einen Abluftschlauch, der an einem Fenster oder einer Tür endet.

Man unterscheidet dabei grob zwei Gruppen: fest installierte Monoblock-Wandgeräte und mobile Monoblock-Klimageräte auf Rollen. Beide Varianten benötigen keinen separaten Außenteil, sondern lediglich Öffnungen nach außen für die Abwärme. Für viele Mieterinnen und Mieter ist das interessant, weil die Gebäudehülle nur minimal verändert wird oder sich die Installation vollständig rückstandslos zurückbauen lässt.

So funktionieren Monoblock-Klimageräte

Monoblock-Klimageräte nutzen wie Split-Klimaanlagen einen geschlossenen Kältekreislauf. Im Gerät zirkuliert ein Kältemittel, das Wärme aus der Raumluft aufnimmt und nach außen transportiert. Im Inneren strömt Luft über den Verdampfer, kühlt ab und wird in den Raum zurückgeführt. Gleichzeitig kondensiert Luftfeuchtigkeit auf dem kalten Wärmetauscher und wird über einen Tank oder Schlauch abgeführt.

Die aufgenommene Wärme gelangt über den Verflüssiger wieder nach außen. Bei fest installierten Geräten geschieht das über zwei runde Öffnungen in der Wand. Ein Kanal führt Außenluft ins Gerät, der andere leitet warme Abluft hinaus. Mobile Monoblocks nutzen meist einen Schlauch, der durch einen Fensterspalt nach außen geführt wird. Diese grundsätzliche Funktionsweise ähnelt also Split-Systemen, nur dass alle Bauteile in einem Gehäuse konzentriert sind.

Vorteile und Einschränkungen dieser Systeme

Ein wichtiger Vorteil von Klimaanlagen ohne Außeneinheit ist die vergleichsweise unkomplizierte Genehmigungslage. Häufig genügt eine Zustimmung des Vermieters, weil keine sichtbaren Außengeräte an der Fassade montiert werden. Zudem entfällt die Kältemittelleitung zwischen Innen- und Außenteil, was die Installation vereinfacht und oft ohne spezialisierte Kältefachfirma auskommt, insbesondere bei mobilen Geräten.

Dem stehen funktionale Grenzen gegenüber. Monoblock-Geräte arbeiten in der Regel weniger effizient als hochwertige Split-Klimaanlagen, weil sich Verdichter und Wärmetauscher im selben Gehäuse befinden und die Abfuhr der Wärme schwieriger ist. Das führt häufig zu einem höheren Stromverbrauch bei gleicher Kühlleistung. Auch die Geräuschentwicklung ist meist stärker, da der Kompressor im Raum steht und nicht auf dem Balkon oder an der Hauswand montiert ist. Für schlafempfindliche Personen kann das im Schlafzimmer störend sein.

Typische Einsatzbereiche in Deutschland

In Deutschland kommen Klimaanlagen ohne Außeneinheit vor allem dort zum Einsatz, wo bauliche oder rechtliche Vorgaben eine konventionelle Split-Anlage verhindern. Das betrifft zum Beispiel Altbauten in Innenstadtlagen mit strengen Denkmalschutzauflagen. Hier sind Außeninstallationen selten erwünscht, gleichzeitig heizen sich Dachgeschosswohnungen im Sommer stark auf.

Beliebt sind Monoblock-Geräte auch in Mietwohnungen, in denen Bohrungen für Kältemittelleitungen durch die Fassade nicht erlaubt sind. Darüber hinaus eignen sie sich für temporäre Nutzungen wie Homeoffice-Arbeitszimmer, Ferienwohnungen oder kleine Ladenlokale. Häufig wird nur ein begrenzter Bereich gekühlt, etwa ein Raum bis etwa 25 bis 35 Quadratmeter, was gut zu den typischen Leistungsdaten vieler Monoblock-Modelle passt.

Vergleich technischer Merkmale und Bauarten

Beim Vergleich von Klimaanlagen ohne Außeneinheit spielen mehrere Kriterien eine Rolle: Kühlleistung in Kilowatt, Energieeffizienz (zum Beispiel SEER-Werte), Lautstärke, Art der Montage und Funktionsumfang. Fest installierte Wandgeräte sind meist effizienter und leiser als sehr einfache mobile Geräte, erfordern jedoch Wanddurchbrüche und eine sorgfältige Planung des Montageorts. Mobile Monoblock-Klimageräte sind flexibler, aber oft lauter und verlieren durch schlecht abgedichtete Fensteröffnungen zusätzliche Energie.

Wer ein Gerät auswählen möchte, sollte außerdem darauf achten, ob neben Kühlung auch Heizbetrieb (Wärmepumpenfunktion), Entfeuchtung oder Luftreinigung integriert sind. Für den Einsatz in Schlafräumen ist der Schallleistungspegel ein zentrales Kriterium. In Innenstädten können zudem Grenzwerte für Außengeräusche eine Rolle spielen, etwa wenn Ventilatoren warme Luft über die Fassade nach außen blasen.

Im folgenden Überblick sind einige in Deutschland erhältliche Klimageräte ohne separates Außenteil beispielhaft aufgeführt. Die Preisspannen dienen nur als grobe Orientierung und können je nach Händler, Ausstattung und Aktionen abweichen.


Produkt/Service Name Provider Key Features Cost Estimation
Unico Air Inverter 10 SF Olimpia Splendid Festes Wandgerät ohne Außeneinheit, ca. 2,3 kW Kühlleistung, Abluft über zwei Wandöffnungen, kompakte Bauform ca. 1.500–1.800 €
Innova 2.0 12 HP Innova Monoblock-Wandgerät mit Kühl- und Heizfunktion, Inverter-Technik, vergleichsweise leiser Betrieb ca. 2.000–2.500 €
KWT 240 DC Remko Fest installiertes Klimagerät ohne Außenteil, ca. 2,35 kW Kühlung, für Dauerbetrieb ausgelegt ca. 2.000–2.700 €
Pinguino PAC EM82 De’Longhi Mobiles Monoblock-Gerät mit Abluftschlauch, flexibel einsetzbar in verschiedenen Räumen ca. 400–600 €

Die in diesem Artikel genannten Preise, Tarife oder Kostenschätzungen basieren auf den aktuell verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Vor finanziellen Entscheidungen wird eigenständige Recherche empfohlen.

Neben den hier genannten Geräten existiert eine Vielzahl weiterer Modelle mit unterschiedlichen Leistungsstufen und Ausstattungsmerkmalen. Für eine fundierte Entscheidung sollten Datenblätter verglichen und die Raumgröße, die Dämmqualität des Gebäudes, Schallschutzanforderungen sowie der individuelle Komfortbedarf berücksichtigt werden. Auch die langfristigen Betriebskosten, insbesondere durch den Stromverbrauch, sind für die Bewertung der tatsächlichen Wirtschaftlichkeit entscheidend.

Abschließend lässt sich festhalten, dass Klimaanlagen ohne Außeneinheit eine praktikable Option für viele Gebäude in Deutschland darstellen, in denen herkömmliche Split-Systeme nicht infrage kommen. Sie bieten einen Kompromiss zwischen Installationsaufwand, Flexibilität und Kühlleistung, haben aber hinsichtlich Effizienz und Geräuschniveau klare Grenzen. Wer die technischen Merkmale aufmerksam vergleicht und den geplanten Einsatzbereich genau definiert, kann ein System wählen, das die sommerliche Hitzebelastung spürbar reduziert und gleichzeitig zu den baulichen Rahmenbedingungen passt.