Katarakt-OP Schritt für Schritt: Ablauf und Vorbereitung
Eine Kataraktoperation zählt zu den häufigsten Eingriffen der Augenheilkunde. Wer den Ablauf kennt und weiß, wie man sich vorbereitet, geht gelassener in die Behandlung. Dieser Leitfaden erklärt in klaren Schritten, was vor, während und nach der OP passiert – inklusive aktueller Technologien und Orientierung bei der Klinikwahl.
Katarakt-OP Schritt für Schritt: Ablauf und Vorbereitung
Wenn sich die Augenlinse eintrübt, verschwimmt das Bild, Farben wirken matter und das Sehen bei Dämmerung wird anstrengender. Hinter diesen Veränderungen steckt häufig der Graue Star, medizinisch Katarakt. Die einzige wirksame Behandlung ist eine Operation, bei der die getrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Viele Menschen fragen sich, was genau bei einer Katarakt-OP passiert, wie sie sich vorbereiten sollten und wie der Tag des Eingriffs konkret abläuft.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Bitte wenden Sie sich für eine persönliche Beratung und Behandlung an eine qualifizierte medizinische Fachkraft.
Grauer Star: Ursachen, Symptome, Diagnose
Der Graue Star entsteht meist als Begleiterscheinung des natürlichen Alterungsprozesses. Die Eiweißstrukturen in der Linse verändern sich, sodass sie zunehmend trübe wird. Daneben gibt es weitere Ursachen: langjährige Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Verletzungen oder Operationen am Auge sowie angeborene Linsentrübungen. Rauchen, starke UV-Strahlung und bestimmte Allgemeinerkrankungen können das Risiko zusätzlich erhöhen.
Typische Symptome sind unscharfes, verschwommenes Sehen, verstärkte Blendung bei Sonne oder Gegenverkehr, Halos um Lichtquellen, häufig wechselnde Brillenwerte oder der Eindruck, dass Farben verblassen. Manche Betroffene können plötzlich besser ohne Lesebrille lesen, während die Fernsicht schlechter wird. Der Weg zur Diagnose führt über den Augenarzt. Dieser prüft zunächst die Sehschärfe, untersucht das Auge an der Spaltlampe und betrachtet nach Pupillenerweiterung Linse und Netzhaut. Zur Operationsplanung werden zudem Länge des Augapfels und Krümmung der Hornhaut gemessen, um die passende Stärke der Kunstlinse zu berechnen.
Katarakt-OP: Ablauf Schritt für Schritt
Vor der eigentlichen Katarakt-OP stehen mehrere Vorbereitungstermine. In der augenärztlichen Praxis oder Klinik wird ausführlich besprochen, welche Beschwerden bestehen, ob andere Augenerkrankungen bekannt sind und welche Medikamente Sie einnehmen. Anhand der Messdaten erklärt der Arzt oder die Ärztin, welche Linsenvarianten in Frage kommen, etwa einfache monofokale Linsen oder spezielle Modelle für erweiterten Sehbereich. Sie erhalten zudem Hinweise, ob bestimmte Medikamente, insbesondere blutverdünnende Präparate, vorübergehend angepasst werden sollten und ab wann Sie vor dem Eingriff nüchtern bleiben müssen.
Am Tag der Operation kommen die meisten Patientinnen und Patienten in ein ambulantes Zentrum oder eine Klinik und können in der Regel am selben Tag wieder nach Hause gehen. Zunächst werden die Augenoberfläche und das umliegende Hautareal gründlich desinfiziert. Sie erhalten Augentropfen zur Betäubung, oft zusätzlich eine kleine Spritze neben das Auge oder ein leicht beruhigendes Medikament über eine Vene. Während der gesamten Katarakt-OP werden Blutdruck und Kreislauf überwacht, Sie bleiben aber in der Regel wach und können mit dem Team sprechen.
Der eigentliche Eingriff dauert häufig nur etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten pro Auge. Über einen sehr kleinen Schnitt am Rand der Hornhaut öffnet der Operateur die Linsenkapsel. Die eingetrübte Linse wird mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. In die verbliebene, dünne Kapselhülle setzt der Arzt anschließend eine gefaltete Kunstlinse ein, die sich im Auge entfaltet und an Ort und Stelle fixiert. Der Schnitt ist so klein, dass meist keine Naht erforderlich ist. Am Ende der Katarakt-OP wird das Auge mit Salbe versorgt und mit einem Schutzverband oder einer transparenten Schale abgedeckt. Nach einer Ruhephase und einer ersten Kontrolle dürfen Sie das Zentrum in Begleitung wieder verlassen.
In den ersten Tagen nach der Operation erhalten Sie Augentropfen, meist eine Kombination aus entzündungshemmenden und gegebenenfalls antibiotischen Wirkstoffen. Diese müssen nach einem genauen Tropfplan angewendet werden. Reiben Sie das Auge nicht, vermeiden Sie in der Anfangszeit schweres Heben und beugen Sie sich nicht lange mit dem Kopf tief nach vorne. Kurze Spaziergänge, sanfte Bewegungen und normales Lesen oder Fernsehen sind meist schnell wieder möglich. Kontrolltermine beim Augenarzt stellen sicher, dass die Heilung planmäßig verläuft und die neue Sehleistung beurteilt werden kann.
Symptome: Wann zum Augenarzt?
Viele Veränderungen des Sehens entwickeln sich schleichend, sodass Betroffene den Grauen Star zunächst für eine normale Alterserscheinung halten. Dennoch ist es sinnvoll, bei ersten Auffälligkeiten einen Augenarzt aufzusuchen. Dazu gehören dauerhafte Blendempfindlichkeit, das Gefühl, wie durch einen leichten Schleier zu schauen, zunehmende Schwierigkeiten beim Lesen oder beim Erkennen von Gesichtern sowie eine deutlich schlechtere Sicht in der Dämmerung. Spätestens wenn der Alltag spürbar eingeschränkt ist, zum Beispiel beim Autofahren, Treppensteigen oder Arbeiten, sollte die Situation fachärztlich abgeklärt werden.
Es gibt zudem Warnzeichen, bei denen Sie nicht abwarten sollten. Plötzliche starke Schmerzen im Auge, ein rötliches, hartes Auge, Blitze, Rußregen, ein Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld oder ein sehr rascher Sehverlust sprechen eher für andere ernste Erkrankungen wie Netzhautablösungen oder ein akutes Glaukom und sind ein Notfall. Auch nach einer durchgeführten Katarakt-OP gilt: Wenn Schmerzen zunehmen, das Sehen sich statt zu verbessern deutlich verschlechtert oder starke Rötung und Lichtempfindlichkeit auftreten, sollte zeitnah die operierende Praxis oder Klinik kontaktiert werden.
Die Entscheidung für eine Katarakt-OP hängt letztlich nicht allein vom Befund an der Spaltlampe ab, sondern vor allem davon, wie stark der Graue Star Ihren Alltag beeinträchtigt und welche Erwartungen Sie an das Sehen danach haben. Da es sich um einen sehr häufig durchgeführten und in der Regel gut planbaren Eingriff handelt, lässt sich der optimale Zeitpunkt oft gemeinsam mit dem Augenarzt in Ruhe festlegen. Ein gutes Verständnis von Ursachen, Symptomen, Diagnose und dem Ablauf der Operation hilft, informierte Entscheidungen zu treffen und dem Eingriff mit realistischen Erwartungen und mehr Gelassenheit entgegenzusehen.