Stromversorgung und Marktübersicht in Österreich 2026

Die Stromversorgung in Österreich ist durch einen vielfältigen Markt mit verschiedenen Anbietern und Tarifen geprägt. 2026 erwarten uns regulatorische Neuerungen und moderate Kostenanpassungen. Transparente Informationen zum Strommarkt sind für Verbraucher in Österreich besonders wichtig.

Stromversorgung und Marktübersicht in Österreich 2026

Der Strommarkt in Österreich 2026

Der österreichische Strommarkt ist durch eine Mischung aus großen überregionalen Anbietern und zahlreichen regionalen Versorgern gekennzeichnet. Die Liberalisierung des Marktes hat seit den 2000er Jahren viele Veränderungen gebracht, die den Wettbewerb fördern und die Auswahlmöglichkeiten für Haushalte und Unternehmen erweitern. Im Jahr 2026 gelten im Rahmen des neuen Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes (ElWG) umfassende Reformen, die auf den Ausbau erneuerbarer Energien, die Dezentralisierung und die Klimaneutralität bis 2040 ausgerichtet sind.

Gesetzliche Grundlagen und Auswirkungen

Das ElWG, das das bisherige ElWOG 2010 ablöst, stellt den rechtlichen Rahmen für die Stromversorgung in Österreich dar. Es zielt darauf ab, einen stabilen, fairen und krisenfesten Strommarkt zu schaffen und fördert Investitionen in nachhaltige Technologien und Infrastruktur. Für Verbraucher:innen bedeutet dies unter anderem, dass die Rahmenbedingungen für Einspeisung von selbsterzeugtem Strom (z.B. durch Photovoltaik-Anlagen) klarer definiert werden und neue Regeln zum Schutz und zur Information eingeführt wurden.

Stromnetzentgelte in Österreich 2026

Die Stromnetzentgelte sind ein wesentlicher Bestandteil des Strompreises und bilden die Kosten ab, die für den Transport des Stroms vom Erzeuger zum Endkunden anfallen. Im Jahr 2026 ist mit einer leichten Erhöhung der Netzentgelte um durchschnittlich etwa 1,3 % zu rechnen. Diese Anpassung ist hauptsächlich auf Investitionen in die Netzinfrastruktur sowie sinkende Abgabemengen zurückzuführen.

Regionale Unterschiede spielen bei den Netzentgelten eine wichtige Rolle, da verschiedene Netzbetreiber unterschiedliche Kostenstrukturen aufweisen. Für einen durchschnittlichen Haushalt in Österreich (Jahresverbrauch von ca. 3.500 kWh) bedeutet dies eine Mehrbelastung von circa 5 Euro pro Jahr. Trotz leichter Erhöhungen sind die Stromnetzkosten im nationalen Vergleich moderat geblieben.

Tarifstrukturen und Anbieter in Österreich

Österreichische Haushalte können zwischen unterschiedlichen Tarifmodellen wählen. Dies umfasst:

  • Grundversorgungstarife: Diese sind gesetzlich garantiert und stellen die Mindestversorgung sicher. Sie sind oft mit festen Preisen und standardisierten Vertragsbedingungen verbunden.
  • Markttarife: Preise, die durch Wettbewerb am freien Strommarkt entstehen. Diese können sowohl variable als auch fixe Komponenten enthalten.
  • Ökostromtarife: Spezielle Angebote bei denen die eingespeiste Strommenge überwiegend aus erneuerbaren Quellen stammt.

Die Tarifauswahl wird von individuellen Bedürfnissen, Verbrauchsprofilen und gegebenen technischen Voraussetzungen (z. B. Smart Meter) beeinflusst.

Bedeutung der erneuerbaren Energien

Österreich nutzt einen hohen Anteil erneuerbarer Energien – hauptsächlich Wasserkraft, aber zunehmend auch Wind- und Solarenergie. Die Förderung dieser Energiequellen im Strommix ist ein politisches und gesellschaftliches Ziel. Verbraucher können durch ihre Tarifwahl Einfluss darauf nehmen, wieviel Strom aus erneuerbaren versus fossilen Quellen bezogen wird.

Neben dem ElWG gibt es weitere regulatorische Maßnahmen, die den Strommarkt beeinflussen. Dazu gehören Vorgaben zur Energieeffizienz, digitale Infrastruktur (z. B. flächendeckende Einführung von Smart Metern) und Maßnahmen zur Netzstabilisierung angesichts der steigenden Anzahl dezentraler Einspeiser.

Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht verbesserte Verbrauchsinformationen und -steuerung, etwa durch Echtzeitdaten. Zudem gewinnt das Thema Elektromobilität an Bedeutung und führt zu veränderten Lastprofilen im Stromnetz.

Typische Kosten in Österreich (2026)

Bei der Betrachtung der Stromversorgung in Österreich liegen die typischen Preisspannen für Haushalte in etwa bei folgenden Richtwerten:

  • Basistarif: Rund 110 bis 130 Euro pro Megawattstunde (MWh). Diese Option ist für Kunden mit geringem Zusatzbedarf geeignet und entspricht meist der Grundversorgung.
  • Standardtarif: Etwa 130 bis 160 Euro pro MWh. Die Tarife enthalten häufig flexible Vertragsbedingungen, können aber variieren je nach Anbieter und Region.
  • Ökostromtarif: In der Regel zwischen 140 und 180 Euro pro MWh. Diese Tarife beziehen bevorzugt Strom aus erneuerbaren Energien, oft mit höheren Kosten verbunden aufgrund der Zertifizierungen und Förderungen.

Diese Preise enthalten bereits Netzentgelte und Steuern, wobei letztere je nach Bundesland leichte Unterschiede aufweisen können. Die Kostenentwicklung hängt auch von der allgemeinen Energiepreisentwicklung, regulatorischen Anpassungen und technologischem Fortschritt ab.

Verbrauch und Energieeffizienz

Der durchschnittliche Stromverbrauch eines österreichischen Haushalts liegt bei etwa 3.000 bis 4.000 kWh pro Jahr, abhängig von Haushaltsgröße und Ausstattung. Energieeffiziente Geräte und Verhaltensänderungen können den Verbrauch reduzieren und so Kosten senken sowie den Umweltfußabdruck mindern.

Die Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz steht im Einklang mit den nationalen Klimazielen und wird durch Förderprogramme und Informationskampagnen unterstützt.

Rolle der Regulierungsbehörde E-Control

Die E-Control ist die österreichische Regulierungsbehörde für den Energiemarkt. Sie überwacht die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, kontrolliert die Marktteilnehmer und veröffentlicht regelmäßig Daten und Analysen zur Marktentwicklung. Die Behörde informiert auch über Tarifstrukturen und Betreiberwechsel ohne Empfehlung oder Verkaufsabsicht.

E-Control stellt unter anderem sicher, dass die Netznutzungsentgelte fair berechnet werden und fördert Transparenz im Markt.

Herausforderungen und Perspektiven

Die österreichische Stromversorgung steht vor mehreren Herausforderungen, darunter die Integration erneuerbarer Energien, die Sicherstellung der Versorgungssicherheit und die Anpassung der Netzinfrastruktur an neue Technologien. Zukünftig werden verstärkt dezentrale Erzeugungsanlagen, Speichersysteme und flexible Lastenmanagementsysteme eine Rolle spielen.

Auf Basis gesetzlicher Rahmenbedingungen, technologischer Entwicklungen und Verbraucherverhalten entwickelt sich der Strommarkt dynamisch weiter, um die Ziele der Klimaneutralität und Versorgungssicherheit zu erreichen.


Diese Informationen bieten eine sachliche Übersicht über den Strommarkt in Österreich im Jahr 2026 und dienen als Grundlage zur Orientierung im komplexen Energiesystem.