24-Stunden-Betreuung im eigenen Heim – So kalkulieren Sie richtig!

Die Nachfrage nach einer 24-Stunden-Betreuung im eigenen Heim ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Besonders beliebt ist der Einsatz von Betreuungskräften aus dem osteuropäischen Raum, wie z.B. einer Betreuerin aus Polen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Kosten einer 24-Stunden-Pflege richtig kalkulieren und welche Unterstützung die Pflegekasse bieten kann.

24-Stunden-Betreuung im eigenen Heim – So kalkulieren Sie richtig!

Eine alternde Gesellschaft stellt viele Familien vor neue Herausforderungen. Wenn Angehörige pflegebedürftig werden, suchen Familien nach Lösungen, die Würde, Komfort und professionelle Versorgung vereinen. Die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Heim hat sich dabei als beliebte Alternative zum Pflegeheim etabliert. Sie bietet nicht nur kontinuierliche Unterstützung, sondern ermöglicht es den Betroffenen auch, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben.

Was bedeutet 24-Stunden-Betreuung im eigenen Heim?

Die Bezeichnung 24-Stunden-Betreuung beschreibt ein Betreuungsmodell, bei dem eine Betreuungskraft im Haushalt der pflegebedürftigen Person lebt und rund um die Uhr verfügbar ist. Wichtig zu wissen: Es handelt sich dabei nicht um eine durchgehende Arbeitszeit von 24 Stunden täglich, sondern um eine Präsenz im Haushalt mit festgelegten Arbeits- und Ruhezeiten gemäß den gesetzlichen Vorgaben. Die Betreuungskraft übernimmt typischerweise hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Grundpflege, Begleitung im Alltag und steht für Notfälle bereit. Medizinisch-pflegerische Tätigkeiten wie das Verabreichen von Medikamenten oder die Wundversorgung dürfen nur von ausgebildeten Pflegefachkräften durchgeführt werden. Dieses Modell eignet sich besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Demenzerkrankungen, die eine kontinuierliche Anwesenheit benötigen.

Welche Vorteile bietet die Heim-Pflege rund um die Uhr?

Die häusliche Betreuung rund um die Uhr bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Der wichtigste Aspekt ist der Verbleib in der vertrauten Umgebung, was besonders für Menschen mit Demenz von großer Bedeutung ist. Die gewohnte Atmosphäre, persönliche Gegenstände und die Nachbarschaft tragen zum emotionalen Wohlbefinden bei. Zudem ermöglicht das Modell eine individuelle Betreuung, die sich flexibel an die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Person anpasst. Angehörige werden erheblich entlastet, da sie nicht mehr die gesamte Pflege übernehmen müssen, aber dennoch regelmäßig Kontakt halten können. Im Vergleich zu stationären Einrichtungen bietet die häusliche Betreuung oft ein besseres Betreuungsverhältnis, da sich eine Betreuungskraft ausschließlich um eine Person kümmert. Die Tagesstruktur kann individuell gestaltet werden, und es gibt keine starren Heim-Routinen.

Warum sind osteuropäische Pflegekräfte so gefragt?

Osteuropäische Betreuungskräfte haben sich in den vergangenen Jahren als wichtige Säule der häuslichen Pflege in Deutschland etabliert. Die hohe Nachfrage erklärt sich durch mehrere Faktoren: Zum einen herrscht in Deutschland ein erheblicher Fachkräftemangel im Pflegebereich, der durch inländisches Personal allein nicht gedeckt werden kann. Zum anderen sind die Kosten für Betreuungskräfte aus osteuropäischen Ländern wie Polen, Rumänien oder Bulgarien deutlich niedriger als für deutsches Pflegepersonal. Viele dieser Betreuungskräfte verfügen über Erfahrung in der Altenpflege und bringen eine hohe Motivation sowie kulturelle Nähe mit. Die Vermittlung erfolgt meist über spezialisierte Agenturen, die entweder nach dem Entsendemodell arbeiten, bei dem die Betreuungskraft bei einem ausländischen Unternehmen angestellt ist, oder nach dem Arbeitgebermodell, bei dem die Familie selbst zum Arbeitgeber wird. Beide Modelle haben unterschiedliche rechtliche und finanzielle Konsequenzen, die sorgfältig geprüft werden sollten.

Wie kalkuliert man die Pflegekosten richtig?

Die Kalkulation der Pflegekosten für eine 24-Stunden-Betreuung erfordert eine genaue Betrachtung verschiedener Faktoren. Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen: dem Gehalt der Betreuungskraft, Vermittlungsgebühren, Sozialversicherungsbeiträgen, Unterkunft und Verpflegung sowie eventuellen Reisekosten. Die monatlichen Kosten variieren je nach Qualifikation der Betreuungskraft, Sprachkenntnissen, Pflegeaufwand und gewähltem Vermittlungsmodell erheblich. Bei der Kostenplanung sollten auch unvorhergesehene Ausgaben wie Vertretungsregelungen bei Krankheit oder Urlaub der Betreuungskraft berücksichtigt werden. Zusätzlich können Kosten für externe Pflegedienste anfallen, wenn medizinische Behandlungen notwendig sind, die die Betreuungskraft nicht durchführen darf.


Betreuungsmodell Anbieter-Typ Monatliche Kosten (Schätzung)
Entsendemodell (osteuropäische Kraft) Vermittlungsagenturen 2.000 - 3.500 Euro
Arbeitgebermodell (selbstständige Kraft) Private Anstellung 2.500 - 4.000 Euro
Deutsche Pflegefachkraft (Teilzeit) Ambulante Pflegedienste 4.000 - 6.500 Euro
Kombination: Betreuungskraft + Pflegedienst Gemischtes Modell 3.000 - 5.000 Euro

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen, die in diesem Artikel erwähnt werden, basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Unabhängige Recherchen werden empfohlen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.


Welche Unterstützung bietet die Pflegekasse?

Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet verschiedene Leistungen, die die finanzielle Belastung einer 24-Stunden-Betreuung reduzieren können. Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad haben Anspruch auf Pflegegeld, wenn sie von Angehörigen oder selbst beschafften Pflegekräften versorgt werden. Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich nach dem Pflegegrad und reicht von 316 Euro monatlich bei Pflegegrad 2 bis zu 901 Euro bei Pflegegrad 5. Zusätzlich können Pflegesachleistungen in Anspruch genommen werden, wenn ambulante Pflegedienste hinzugezogen werden. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten umfassen den Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich, Verhinderungspflege bis zu 1.612 Euro jährlich für Vertretungssituationen sowie Kurzzeitpflege. Auch Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 4.000 Euro können beantragt werden. Es ist ratsam, sich frühzeitig bei der Pflegekasse über alle verfügbaren Leistungen zu informieren und diese vollständig auszuschöpfen.

Die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Heim ist eine wertvolle Option für Familien, die ihren pflegebedürftigen Angehörigen ein würdevolles Leben in vertrauter Umgebung ermöglichen möchten. Eine sorgfältige Planung, realistische Kostenkalkulation und die Nutzung verfügbarer Unterstützungsleistungen sind entscheidend für den Erfolg dieses Betreuungsmodells. Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich eine Lösung finden, die sowohl den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Person als auch den finanziellen Möglichkeiten der Familie gerecht wird.